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By Ariane Schroeder

​Mit Hilfe prädiktiv-gendiagnostischer Untersuchungsverfahren gelingt die Identifizierung genetischer Risikofaktoren weit vor Sichtbarwerdung erster Erkrankungssymptome. Am Beispiel der prädiktiven Brustkrebsdiagnostik begründet Ariane Schroeder das Recht auf Nichtwissen aus Sicht einer aufgeklärten Patientenautonomie positiv und profiliert es als einzelfallbezogene, moralisch verantwortete choice im Umgang mit den Grenzen des Wissens. Bislang wurde das Recht auf Nichtwissen primär als defensives Abwehrrecht thematisiert. Demgegenüber betont die Autorin den Eigenwert des wohlüberlegten Wissensverzichts und wirkt einer fragwürdigen Verantwortungsüberforderung des Einzelnen entgegen.

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36 Risiko: eine moderne Bewältigungsstrategie des Nichtwissens juristischen oder anders gelagerten Geltungsgrund 78 . Zudem betont Zurechenbarkeit – insbesondere vor dem Hintergrund risikobehafteter Handlungen – die retrospektive Bedeutung des Verantwortungsbegriffs. Dem klassischen Verständnis zufolge lassen sich Fragen der Zurechenbarkeit und der Klärung entscheidender Handlungspfade erst unter Ansehung der Folgen sinnvoll stellen. Hans J. Münk begreift Verantwortung als vierstelligen Relationsbegriff.

Im Gegensatz zur Gefahr setzen risikobehaftete Entscheidungen und Handlungen den Subjektbezug voraus. Das Subjekt verfügt über die Freiheit – in größerem oder geringerem Maße – das eigene Handeln selbst zu bestimmen. Voraussetzung für die Zurechenbarkeit ist neben der Handlungsfreiheit die Wahl- und Entscheidungsfreiheit. Das Subjekt entscheidet sich frei für bestimmte Mittel und selbst gesetzte Zwecke. Insofern ist das Handeln idealiter nicht extern determiniert. Kausal bestimmt und damit zurechenbar sind die aus dem Handeln resultierenden positiven und negativen Konsequenzen.

Rammstedt, Art. Risiko, in: J. Ritter / K. ), Historisches Wörterbuch der Philosophie Bd. 8, Darmstadt 1992, 1045-1051. Begriffsbestimmung unter soziologischer Perspektive 29 hängig gemacht als vielmehr den persönlichen Entscheidungen zugeschrieben. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gewann der Begriff auch außerhalb Italiens zunehmend an Bedeutung. Zunächst in Deutschland als Fremdwort verwendet, ist Risiko seit Anfang des 16. Jahrhunderts als Lehnwort insbesondere im Rahmen des Versicherungswesens nachweisbar.

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