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By Frank Hillebrandt

Der physische Vollzug der Praxis besitzt, wie wir alle aus bestimmten Situationen etwa im Fußballstadion oder auf Rockkonzerten wissen, eine eigene Qualität, die sich mit den Mitteln bisheriger Sozialtheorien nicht angemessen erfassen lässt. Soziologische Praxistheorien rücken die Frage in den Mittelpunkt, wie diese Qualität begriffen werden kann. Dazu werden spezifische Begriffe und Konzepte benötigt, welche die Einführung systematisch vorstellt. Die gegenwärtig vielschichtig diskutierte Praxistheorie wird dabei erstmals grundlegend systematisiert und im Anschluss an Theoretiker wie Bourdieu und Latour als poststrukturalistischer Materialismus konzeptualisiert.

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Soziologische Praxistheorien: Eine Einführung

Der physische Vollzug der Praxis besitzt, wie wir alle aus bestimmten Situationen etwa im Fußballstadion oder auf Rockkonzerten wissen, eine eigene Qualität, die sich mit den Mitteln bisheriger Sozialtheorien nicht angemessen erfassen lässt. Soziologische Praxistheorien rücken die Frage in den Mittelpunkt, wie diese Qualität begriffen werden kann.

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Ein lehrreiches Beispiel für eine vielschichtige Textexegese der „Philosophischen Untersuchungen“ (PU) Wittgensteins (vgl. 1984: 225-580), die für die Praxistheorie vor allem relevant sind, findet sich bei Savigny (1996). Ich belasse es an dieser Stelle bei diesen drei Hinweisen, weil die umfangreiche Sekundärliteratur zu Wittgenstein, einer der zentralen Figuren der Philosophie des 20ten Jahrhunderts, hier nicht im Einzelnen aufgeführt werden kann. 14 Im Mittelpunkt von Wittgensteins philosophischen Untersuchungen der Sprache steht die für praxistheoretische Forschungen unhintergehbare Einsicht, dass die Vielfalt des Sprachgebrauchs in den Mittelpunkt der Sprachphilosophie gestellt werden muss (vgl.

Bergmann 2008a: 125). Deshalb sind es die Praktiken der Sinndeutung und -produktion, die von der Ethnomethodologie sichtbar gemacht und untersucht werden, um die geordnete Reproduktion der Sozialität als aktive Leistung der Akteure rekonstruieren zu können. Und genau diese methodische Eigenart macht die Ethnomethodologie für die Soziologie der Praxis in hohem Maße relevant. Denn mit der hier umrissenen Prämisse hebt sie sich von der klassischen, noch am Prinzip der Hermeneutik orientierten Form der verstehenden Soziologie ab.

Diesen Aspekt hatte Durkheim zugunsten einer Suche nach den sozialen Gesetzmäßigkeiten, die quasi ohne Zutun der Akteure wirksam sind, in den Hintergrund gedrängt. Die Ausrichtung der soziologischen Forschung auf die alltäglichen Sinngebungen und Praktiken, die die sozialen Akteure vollziehen, richtet sich nicht nur gegen einige Regeln der soziologischen Methode nach Durkheim. Sie steht vor allem in Opposition zum deduktiven Strukturfunktionalismus nach Talcott Parsons. In dieser Theorierichtung, die in den 1950er und -60er Jahren die Soziologie dominiert, wird Durkheim vor allem als Theoretiker der sozialen Gesetzmäßigkeiten verstanden und weiterentwickelt, um auf diese Weise eine an vier sozialen Grundfunktionen – adaptation, goal attainment, integration und latent pattern maintenance17 – orientierte Metatheorie der Gesellschaft zu konstruieren, aus der theoretische Annahmen über die strukturierten Ausformungen der Sozialität deduktiv abgeleitet werden.

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